Magische Dualität Teil 1: Zeit

Ist es die Zeit, die es uns Menschen ermöglicht, in der Materie zu existieren. Ist die Zeit die Ursache der Dualität? Bilden Zukunft und Vergangenheit die Pole der Zeit – und ist dann die Gegenwart nichts weiter als die Spannung, die zwischen diesen beiden Polen entsteht?

Smoke Screen – „One Day“
_____________________________________________________________________________
07:00 Aufstehen.
07:05 Sonnengruß im Garten (Yoga).
07:30 Körperpflege inkl. Zähneputzen
08:15 Kaffee und Frühstück
08:30 Kindergarten gehen
usw. usw.
20:00 Gutenachtgeschichte
20:30 Gebet (Meditation).
21:00 Schlafen gehen.

So oder so ähnlich gestaltet sich der Alltag. Der Alltag ist der Tag, den wir leben, wenn nicht etwas Besonderes diesem Fluss Einhalt gebietet, unsere Aufmerksamkeit so stark auf sich zieht, dass wir von unseren all-täglichen Verrichtungen abgelenkt werden. Es ist nicht die Frage, ob der Alltag wünschens- und erstrebenswert ist. Wer sich durch die Kunst des Lebens, die Lebenskunst führen lässt weiß, dass es Tage gibt, an denen gewisse Dinge nicht getan werden können. Dinge, die HIER und JETZT einfach wichtiger sind. Wir gehen auf dem schmalen Grat zwischen Zukunft und Vergangenheit, wobei sowohl das Eine das Andere als auch beide die Gegenwart bedingen. Das nennt man dann Karma, eine Art Ansammlung von Entscheidungen, Handlungen in allen diesen drei zeitlichen Diskursen. Immens schwierig ist es zeitweise, gewisse Spuren wieder zu löschen, wenn sie einmal da sind. Die Zukunft bedingt auch die Vergangenheit, es kommt nur auf die Frequenz, auf den Kanal an, auf den sich die (persönliche) Realität stützt.

tbc, zielona

 

Weiterführende Links:

Magische Dualität Teil 2: Samhain

_________________________________________________________________
Quelle: Bild: „Yggdrasil“ (googled http://www.hardwareluxx.de/community/f143/tiuz-yggdrasil-654276.html)

Stimme Russlands über das Fernsehen

Glasnost: Epilog

Hören Sie die vollständige Version!

_______________________________________________________

Tags: Radio
Pjotr Scharapow
6.09.2011, 16:56
Die „Stimme Russlands“ setzt ihr Programm mit der letzten Sendung aus der Reihe „Glasnost“ fort. In den früheren Folgen richteten wir unseren Blick auf die Kultshows des russischen Fernsehens, die ihren Höhepunkt in den 90er Jahren erreicht haben. In dieser Ausgabe versuchen wir auf langwierige Narration zu verzichten und ein wenig analytisch zu sein. Dass unsere Meinung dabei nicht voreingenommen wird, kann ich Ihnen leider nicht versichern.Wir betrachten nämlich das Fernsehen als keinen ausschließlich amüsanten Zeitvertreib, sondern als anregendes Medium. Ob eine politische Sendung oder eine Quizshow – immer steckt eine Botschaft an den Zuschauer da drinnen. Diese kommt zum Ausdruck bei der Auswahl von Themen am Gesprächstisch oder Fragen für die Jeopardy-Teilnehmer. Dass die Epoche der Glasnost meiner Meinung nach zu Ende ist, bedeutet nicht, dass das Programm nun einer strengen Zensur unterworfen wird. Aber kennzeichnend für jene Zeiten war die Förderung eines unabhängigen Denkens – so reich war das Angebot, in dem man sich alleine zurechtfinden musste.Das heutige Programm ist auch bunt, wobei die Schattierungen der grellen Farben eine Mehrheit ausmachen. Wir leben in dem Zeitalter, wo Entertainment die Oberhand hat (Da bin ich als Autor eines „Schnarchradios“ sowieso befangen, verzeihen Sie mir meine Überheblichkeit). Und die Botschaft des gegenwärtigen Fernsehens scheint von dem Prinzip auszugehen: Genießen macht glücklich. Was zum Nachdenken bewegt, bereitet Kopfschmerzen. Ich möchte nicht behaupten, dass diese Logik im ganzen Äther herrscht, aber die allgemeine Tendenz ist eindeutig. Das Fernsehen richtet sich nun an eine geringere Zielgruppe: Wer sich keine Mühe geben will, sich eine Freizeitaktivität auszusuchen, schaltet seine Röhre an und quält sich, indem er zwischen einer Talk-Show mit Promis und einer Seifenoper mit denselben Promis als eingeladenen Stars wählt. Hier möchte ich Sie daran erinnern, dass wir das russische Fernsehen unter eine recht kritische Lupe genommen haben.

Die von uns festgestellte Tendenz könnte wahrscheinlich darauf zurückgeführt werden, dass unsere Realität, oder eher die Realität, die im Fernsehen dargestellt wird, inzwischen einen Wandel erfahren hat. Wir haben mit einer „Wirklichkeit“ von Gegensätzen zu tun, die immer ein wenig entstellt ist. Viele Sachen lassen sich selten eindeutig als positive oder negative bewerten, werden aber im Fernsehen oft als solche abgestempelt. Wer sich in der Tagesschau grauenhafte Bilder eines Krieges oder eines Naturdesasters ansieht, will danach etwas zur Entspannung bekommen – und so kommt das Entertainment-TV zur Welt. Sogar auf den Talkshows werden die Themen behandelt, die wenig kontrovers sind, so dass sich der Verlauf des Gespräches (Tratsches) im Voraus ahnen lässt. Obwohl diese Sendungen mit allerlei „Sensationen“ gespickt sind, werden sie alle nach ähnlichen Szenarios gestaltet. Ein weiteres Merkmal des gegenwärtigen russischen Fernsehens ist eine niedrige Zahl von Live-Sendungen. Die wenigen, die mir nun einfallen, sind Alltagsthemen gewidmet und haben selten was mit Politik zu tun. Nun, Schluss mit unserer Nörgelei und zurück zum eigentlichen Thema der Sendung.

Ein paar Worte über den Zweck (oder die Botschaft) dieser Sendereihe. Zum einen wollten wir Ihnen zeigen, wie sich Russland westliche Rezepte aneignet hat. Zum zweiten berichteten wir über die Erfindungen russischer Fernsehleute. Und zum dritten versuchten wir Ihnen eine Einsicht in die gesellschaftlichen Diskussionen der 90er Jahre am Bespiel von Satireshows zu gewähren. Hand aufs Herz: alles mit einem Zuschuss Nostalgie. Ob es uns gelungen ist oder nicht, können Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, uns mitteilen. Wie immer freuen wir uns auf Ihre Anregungen und Bemerkungen.

Die Epoche der Glasnost und das Fernsehen, das diese ausmachte. Im Studio war Pjotr Scharapow. Den Ton und den Text dieser Sendung können Sie im Internet unter http://www.ruvr.ru finden. Danke, dass Sie mit uns waren. Ich verabschiede mich von Ihnen bis zur nächsten Sendereihe. Auf Wiederhören!

__________________________________________________________
Quelle: Stimme Russlands.